vdw 800 oder vdw 840 plus: Welcher Fugenmörtel passt?

Sep 13, 2026
vdw 800 oder vdw 840 plus: Welcher Fugenmörtel passt?
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vdw 800 oder vdw 840 plus: Welcher Fugenmörtel passt?

vdw 800 oder vdw 840 plus? Vergleichen Sie Einsatzbereiche, Fugenmaße, Verarbeitung und Materialbedarf und finden Sie den passenden Fugenmörtel für Ihr Projekt.

Sie möchten Pflaster oder Terrassenplatten verfugen und vergleichen vdw 800 mit vdw 840 plus? Dann beginnen Sie nicht beim Eimerpreis, sondern bei Ihrer Fläche: Wird sie nur begangen, auch befahren oder soll eine vorhandene Fuge erneuert werden? Dieser Ratgeber ordnet die beiden Produkte ein und hilft bei der Vorbereitung Ihrer Bestellung.

Die Entscheidung beginnt bei der Nutzung: vdw 840 plus ist für reine Fußgängerflächen vorgesehen. vdw 800 kommt auch für leichte Verkehrsbelastung infrage, sofern der gesamte Belagsaufbau dafür geeignet ist. „1K oder 2K“ allein ist noch keine Freigabe für ein konkretes Bauvorhaben. Herstellerquelle [1] · Herstellerquelle [2]

vdw 800 und vdw 840 plus im Vergleich

Technische Orientierung für die beiden verlinkten Produkte
Merkmalvdw 800vdw 840 plus
System2K-Pflasterfugenmörtel auf EpoxidharzbasisGebrauchsfertiger, luftsauerstoffhärtender 1K-Fugenmörtel
NutzungFußgängerflächen und leichte Verkehrsbelastung bei passendem AufbauReine Fußgängerbelastung
FugenbreiteDurchgängig mindestens 5 mmDurchgängig 3–20 mm
Fugentiefe, RegelfallMindestens 30 mm; bei befahrenen Flächen volle FugentiefeMindestens 30 mm
Verarbeitungstemperatur+7 bis +30 °C+5 bis +25 °C
Verarbeitungszeit bei +20 °CCa. 15 Minuten nach MaterialaufbereitungCa. 45 Minuten
Verglichene Shopausführung25 kg, Basalt25 kg; verlinkte Variante Basalt

Technische Grundlage: Produktinformation [1], Produktinformation [2], Merkblatt vdw 800 [3] und Merkblatt vdw 840 plus [4]. Die genannten Mindestmaße ersetzen keine Planung der Sollfugen. Bei Fugen ab 15 mm Breite verlangen die Merkblätter mindestens die doppelte Fugenbreite als Tiefe. Eine Reduzierung auf 20 mm Tiefe ist nur für den beschriebenen Sonderfall fußläufiger Plattenbeläge im drainfähigen Mörtelbett mit Haftbrücke vorgesehen.

Vor dem Kauf: Fläche und Fugen prüfen

Legen Sie für Ihr Projekt eine kurze Notiz an: Fläche in Quadratmetern, Steinlänge und -breite, freie Fugenbreite und -tiefe sowie die spätere Nutzung. Bei einer Sanierung gehören Fotos lockerer Steine, vorhandener Risse und der Anschlüsse dazu. So wird aus der allgemeinen Frage „Welcher Fugenmörtel ist besser?“ eine nachvollziehbare Produktauswahl.

Beide Systeme benötigen einen standfesten, dauerhaft wasserdurchlässigen Aufbau. Sie ersetzen weder eine fehlende Tragfähigkeit noch eine Abdichtung. Bewegungs- und Anschlussfugen sind gesondert zu planen und dürfen nicht einfach mit starrem Fugenmörtel geschlossen werden. Hinweise dazu bietet die GftK-Planungshilfe. Herstellerquelle [5]

Bei beschichteten oder imprägnierten Belägen ist außerdem die Freigabe des Steinherstellers wichtig. Die GftK-Anwendungshinweise nennen vdw 840 plus für entsprechend behandelte Betonsteinoberflächen. Trotzdem gehört eine unauffällige Testfläche zur Vorbereitung. Herstellerquelle [6]

vdw 840 plus verarbeiten: Schrittfolge für Fußgängerflächen

Die folgenden Anwendungsbilder gehören zu vdw 840 plus, nicht zum Mischverfahren von vdw 800. Die Bildfolge dient zur Orientierung; verbindlich bleiben Gebindehinweise, aktuelles Merkblatt und Sicherheitsinformationen. Herstellerquelle [4]

25-kg-Gebinde vdw 840 plus 1K-Fugenmörtel
Produktabbildung: vdw 840 plus. Die folgenden Anwendungsbilder gehören zu diesem 1K-Produkt.

1. Vorbereiten und vornässen

Fläche und offene Fugen reinigen, den Aufbau prüfen und die Testfläche beurteilen. Anschließend die zu bearbeitende Fläche mit sauberem, kaltem Leitungswasser satt vornässen.

Terrassenplatten vor dem Verfugen mit einem weichen Wasserstrahl vornässen
Vorbereitung: Die zu bearbeitende Fläche wird vor dem Auftrag vorgenässt.

2. Vakuumbeutel öffnen

Das gebrauchsfertige Material erst öffnen, wenn Fläche und Werkzeuge bereit sind. Den Mörtel portionsweise auf die nasse Oberfläche geben. Kein zusätzliches 2K-Bindemittel beimischen.

3. In die Fugen einschlämmen

Mit weichem Wasserstrahl und Hartgummischieber einarbeiten. Die Fugen füllen, ohne bereits eingetragenes Material wieder auszuwaschen.

vdw 840 plus mit Wasser und einem Gummischieber in die Plattenfugen einarbeiten
Verarbeitung von vdw 840 plus: Mörtel mit Wasser und Gummischieber in die offenen Fugen einarbeiten.

4. Oberfläche reinigen

Überschüsse mit Sprühwasser und feuchtem Kokosbesen entfernen, Fasen freikehren und die Fugenoberfläche glätten. Rückstände nicht auf der Fläche trocknen lassen.

Überschüssigen Fugenmörtel mit einem Besen von den Terrassenplatten entfernen
Nachreinigung: Mörtelreste von der Plattenoberfläche abnehmen. Fertig verfugt bedeutet noch nicht belastbar.

5. Aushärtung schützen

Bei +20 °C und 65 % relativer Luftfeuchte mindestens 24 Stunden absperren und vor Feuchtigkeit schützen; endgültige Freigabe nach sieben Tagen und ausreichender Festigkeit. Die Freigabe bleibt auf die vorgesehene Fußgängernutzung begrenzt.

Verarbeiten ist nicht dasselbe wie Aushärten: Die Herstellerangabe zur Verarbeitung bei leichtem Regen ist keine pauschale Freigabe, frisch verfugte Flächen ungeschützt durchnässen zu lassen. Die Hinweise zur Nachbehandlung separat beachten. Herstellerquelle [2] · Herstellerquelle [4]

vdw 800: eigenes 2K-Mischverfahren beachten

25-kg-Gebinde vdw 800 2K-Pflasterfugenmörtel
Produktabbildung: vdw 800. Die Arbeitsschritte für dieses 2K-System werden getrennt von vdw 840 plus beschrieben.

Der Unterschied zum 1K-Produkt liegt bereits in der Arbeitsvorbereitung: Für vdw 800 müssen Mischer, Wasser und die zusätzliche Bindemittelkomponente bereitstehen. Die Bilder aus dem vorherigen Abschnitt sind keine Mischanleitung für dieses Produkt. Herstellerquelle [1]

1. Mischung vorbereiten

Belag reinigen, Testfläche ausführen und satt vornässen. Den vorgemischten Mineralstoff mit dem vollständigen Inhalt der beiliegenden Bindemittelflasche homogen mischen. Laut Merkblatt höchstens das Doppelte des Flascheninhalts als Wasservolumen zugeben; nicht auf das Gebindegewicht beziehen.

2. Zügig einarbeiten

Den Mörtel mit Hartgummischieber über den nassen Belag führen und in die Fugen einarbeiten. Arbeitsabschnitte so planen, dass innerhalb der angegebenen Verarbeitungszeit gearbeitet wird.

3. Überschüsse abnehmen

Den erdfeuchten Überschuss nach Herstellerablauf mit feuchtem Kokosbesen entfernen. Bereits abgenommene Reste nicht in noch offene Fugen fegen.

4. Fläche sperren und prüfen

Bei +20 °C und 65 % relativer Luftfeuchte mindestens zwölf Stunden absperren und vor Feuchtigkeit schützen. Eine Schutzfolie darf nicht direkt aufliegen. Die Verkehrsfreigabe erfolgt nach sieben Tagen und ausreichender Festigkeit.

Verfahrensgrundlage: Herstellerquelle [1] und Herstellerquelle [3]. Für befahrene Flächen ist ein zur Belastung passendes, drainfähiges Beton- oder Mörtelbett erforderlich. Der Fugenmörtel allein macht aus einem ungeeigneten Aufbau keine belastbare Einfahrt.

Pflasterfugenmörtel-Verbrauch: Wie viele 25-kg-Eimer brauchen Sie?

Ein 25-kg-Eimer hat keine feste Reichweite in Quadratmetern. Beginnen Sie mit einem passenden Tabellenwert für genau Ihr Steinformat und Ihre Fugenbreite. Die Verbrauchstabellen der hier verlinkten Merkblätter beziehen sich auf 10 mm Tiefe; für eine 30 mm tiefe Fuge wird der Wert deshalb mit drei multipliziert. Herstellerquelle [3] · Herstellerquelle [4]

Eigene Umrechnung gerundeter Hersteller-Tabellenwerte; keine pauschale Reichweitenzusage
BeispielWert bei 10 mm TiefeRechnung für 30 mm Tiefe
vdw 800: 10 × 10 cm, Fuge 5 mmCa. 1,5 kg/m²1,5 × 3 = ca. 4,5 kg/m²
vdw 840 plus: 10 × 10 cm, Fuge 5 mmCa. 1,6 kg/m²1,6 × 3 = ca. 4,8 kg/m²
vdw 840 plus: 60 × 40 cm, Fuge 5 mmCa. 0,4 kg/m²0,4 × 3 = ca. 1,2 kg/m²

Diese Beispiele setzen entsprechende freie Fugengeometrien voraus. Die Tabellen gelten für geschnittene Steine im Reihenverband; andere Steinformen und Verlegemuster verändern den Bedarf. Die gerundeten Merkblattwerte und die Werte der Produkt-Webseiten unterscheiden sich teilweise. Verwenden Sie nicht wechselnde Berechnungsgrundlagen innerhalb desselben Projekts.

Rechenbeispiel, keine Verbrauchsgarantie:
20 m² × 4,8 kg/m² = 96 kg.
Mit einer hier beispielhaft angenommenen Reserve von 10 %: 96 × 1,10 = 105,6 kg.
105,6 ÷ 25 = 4,224 → aufgerundet 5 Eimer.
Die 10 % sind eine Planungsannahme, keine Herstellervorgabe. Eine Probefläche und die tatsächlichen Verluste können eine andere Menge ergeben.

Bei vdw 800 und einem errechneten Verbrauch unter 4 kg/m² empfiehlt die Hersteller-Webseite, die Produktauswahl technisch prüfen zu lassen. Ein geringer Tabellenverbrauch ist daher nicht automatisch eine Empfehlung für großformatige Platten. Herstellerquelle [1]

Häufige Fehler vermeiden

Prüfpunkte vor und nach der Verarbeitung
FehlerBesser
Nur den Eimerpreis vergleichenZuerst Nutzungsart und passenden Aufbau festlegen; danach Menge, Arbeitsaufwand und Lieferkosten vergleichen.
Die 1K-Bildfolge auf vdw 800 übertragenProdukt und Anleitung vor Arbeitsbeginn eindeutig zuordnen.
Eine gereinigte Fläche sofort freigebenNachbehandlung und Festigkeitsprüfung getrennt vom Arbeitsende planen.
vdw 840 plus mit Hochdruck reinigenDas verlinkte Merkblatt bezeichnet die Fugen ausdrücklich als nicht hochdruckreinigerfest.
Nur eine dünne Schicht auf alte Fugen aufbringenFreie Breite und Tiefe sowie Zustand des vorhandenen Aufbaus vor der Sanierung prüfen.

Für vdw 840 plus nennt das Merkblatt weitere Ausschlüsse, darunter Innenräume, Brunnen, Teichanlagen und angrenzende Schwimmbadbereiche. Schutzmaßnahmen und Reinigungsmittel sind produktbezogen zu prüfen. Herstellerquelle [4]

Passende Produkte und weitere Planungshilfen bei Keuck

Die beiden verlinkten Artikel betreffen 25-kg-Gebinde in der Shopvariante Basalt. Auf der vdw-840-plus-Seite werden außerdem Steingrau und Natur zur Auswahl angezeigt. Die Anwendungsfotos sind keine verbindlichen Farbmuster. Prüfen Sie vor der Bestellung den ausgewählten Artikel und die passende Ausführung.

vdw 800, 25 kg Basalt

2K-Produkt für die zuvor eingeordnete Anwendung.

Produkt und aktuellen Preis ansehen

vdw 840 plus, 25 kg Basalt

1K-Produkt für das geplante Fußgängerprojekt.

Produkt und aktuellen Preis ansehen

Für die Belagsplanung finden Sie im Keuck-Ratgeber zu Natursteinpflaster-Größen weitere Orientierung. Das Gartensortiment hilft bei der Zusammenstellung Ihres Projekts; eine automatische Systemfreigabe für beliebige Produktkombinationen ergibt sich daraus nicht.

Aktuelle Preise, Verfügbarkeit, Versand und Abholmöglichkeiten stehen auf den Produktseiten. Eine dort angebotene Abholung in Tönisvorst sollte vor der Anfahrt für den konkreten Artikel geprüft werden.

Häufige Fragen zu vdw 800 und vdw 840 plus

Ist vdw 840 plus für eine befahrene Einfahrt geeignet?

Die hier geprüfte deutsche Produktinformation sieht reine Fußgängerbelastung vor. Planen Sie eine befahrene Fläche, ist eine andere Produktauswahl einschließlich Unterbauprüfung erforderlich.

Ist wasserdurchlässiger Fugenmörtel eine Abdichtung?

Nein. Wasserdurchlässigkeit und Abdichtung sind unterschiedliche Aufgaben. Auch die Entwässerung des gesamten Aufbaus muss funktionieren.

Kann ein 25-kg-Eimer pauschal für eine bestimmte Fläche reichen?

Nein. Für eine brauchbare Abschätzung benötigen Sie Steinformat, Fugenbreite, Fugentiefe und Verlegemuster. Nutzen Sie einen passenden Tabellenwert statt einer allgemeinen Reichweitenangabe.

Kann ich einen geöffneten Eimer vdw 840 plus später weiterverwenden?

Das verlinkte Merkblatt verlangt, geöffnete Gebinde innerhalb der Verarbeitungszeit vollständig aufzubrauchen. Portionieren auf der Fläche bedeutet nicht, einen geöffneten Rest für einen anderen Arbeitstag lagern zu können.

Welches Produkt ist insgesamt besser?

Eine pauschale Rangliste hilft hier wenig. Notieren Sie zunächst Nutzung, Fugenmaße und Aufbau. Erst dann lässt sich prüfen, welches Produkt zu Ihrem Projekt passt oder ob technische Beratung notwendig ist.

Technische Grundlage der Antworten: Herstellerquelle [2], Herstellerquelle [4] und Herstellerquelle [6].

Fazit: Erst die Fläche einordnen, dann den Fugenmörtel kaufen

Behandeln Sie diesen Vergleich als Entscheidungshilfe, nicht als Ersatz für die Prüfung Ihrer Baustelle. Mit dokumentierten Fugenmaßen, einem geeigneten Aufbau und einer nachvollziehbaren Mengenrechnung lässt sich die Bestellung deutlich gezielter vorbereiten. Halten Sie dabei Produktwahl, Verarbeitung und spätere Reinigung konsequent getrennt.

Welches Produkt passt zu Ihrem Projekt?

Vergleichen Sie die Ausführungen und prüfen Sie die aktuellen Bestellmöglichkeiten.

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