weber.sys 981: Verarbeitung, Überlappung und Verbrauch

Nov 02, 2026
Bau-Ratgeber
weber.sys 981: Verarbeitung, Überlappung und Verbrauch

Wie viel Gewebe benötigen Sie für Ihre Kellerabdichtung, wie werden die Bahnen verbunden und wann folgt die nächste Beschichtung? Bei weber.sys 981 Glasseidengewebe Nr. 2 lohnt sich eine genaue Planung. Das Gewebe dient als Verstärkungseinlage in geeigneten Bitumendickbeschichtungen und Reaktivabdichtungen. Dieser Ratgeber verbindet die Produktdaten mit einem nachvollziehbaren Arbeitsablauf und einer Mengenrechnung für Ihre Bestellung.

Teilweise abgerollte helle Geweberolle weber.sys 981 auf weißem Hintergrund
weber.sys 981: Original-Produktfoto der Geweberolle, teilweise abgerollt.

Produktdaten richtig einordnen

Herstellerangaben zur beschriebenen Ausführung
MerkmalWert
Produktbezeichnungweber.sys 981; früher Glasseidengewebe Nr. 2
Rollenformat1 m breit × 50 m lang
Gewebefläche je Rolle50 m²
Maschenweite4 × 4 mm
Gewebedicke0,52 mm
Flächengewichtca. 160 g/m²
EigenschaftenSchiebefestes, reißfestes und hoch alkalienbeständiges Glasseidengewebe

Quelle: Weber-Produktinformation zu weber.sys 981.

Lesen Sie die Einheiten getrennt: Das Flächengewicht beschreibt die Masse je Quadratmeter Gewebe, nicht das Versandgewicht einer Rolle. Die Gewebedicke beschreibt das Material selbst. Für den späteren Abdichtungsaufbau benötigen Sie zusätzlich die Vorgaben der gewählten Beschichtung.

Wann ist weber.sys 981 die passende Einlage?

Wählen Sie das Gewebe anhand des vorgesehenen Abdichtungsaufbaus. Im aktuellen Merkblatt von weber.tec Superflex D 24 wird weber.sys 981 beispielsweise für die Flächenabdichtung bei W2.1-E und W3-E sowie für die Sanierung von Altabdichtungen beschrieben. Diese Angaben gehören zu diesem System und seinen jeweiligen Einsatzbedingungen.

Quelle: Technisches Merkblatt Superflex D 24, Stand 21.07.2026, Seiten 3–4.

Für Ihre Auswahl sind vier Fragen hilfreich: Welches Bauteil wird abgedichtet? Welche Wassereinwirkung liegt vor? Welche Beschichtung ist vorgesehen? Welche Anschlüsse und Durchdringungen müssen eingebunden werden? Halten Sie die Antworten zusammen mit einer einfachen Flächenskizze fest. So lässt sich eine Materialliste deutlich gezielter prüfen als anhand der Aussage „Ich brauche Gewebe für den Keller“.

Ähnliche Gewebe sind nicht automatisch austauschbar

Eine vergleichbare Maschenweite allein belegt keine Eignung für denselben Aufbau. Für Putz, Fassadenarmierung oder ein Wärmedämmverbundsystem benötigen Sie die Freigabe des dort eingesetzten Systems. Aus den hier aufgeführten Daten von weber.sys 981 lässt sich eine solche Freigabe nicht ableiten.

Auch eine Gewebeeinlage ersetzt keine Planung von Fugen, Anschlüssen oder Durchdringungen. Wenn diese Details ungeklärt sind, lassen Sie den Aufbau vor der Bestellung fachlich festlegen. Dieser Ratgeber unterstützt Ihre Vorbereitung; maßgeblich bleiben die aktuellen Unterlagen der tatsächlich verwendeten Produkte.

Was sollten Sie vor Arbeitsbeginn vorbereiten?

Unterscheiden Sie zwischen der Vorbereitung des Untergrunds und der Vorbereitung der Gewebebahnen. Weber beschreibt für Abdichtungen unter anderem Beton, Kalksandstein, Ziegel und vorhandene Bitumenuntergründe. Welche Vorbehandlung dazugehört, hängt von Beschichtung und Bestand ab. Die bloße Bezeichnung des Wandmaterials reicht deshalb noch nicht als Arbeitsanweisung.

Quelle: Weber: Untergründe für Bitumen- und mineralische Abdichtungen.

Bei einer Sanierung muss besonders der vorhandene Aufbau beurteilt werden. Die Weber-Anleitung für alte Bitumenabdichtungen verlangt unter anderem eine Prüfung der Haftung und beschreibt eine abgestimmte Haftbrücke. Unbekannte oder lose Altbeschichtungen sind daher kein Anlass, einfach eine weitere Schicht darüberzuziehen.

Quelle: Weber: Sanierung alter Bitumenabdichtungen.

Eine praktische Vorbereitungsliste

  • Notieren Sie Teilflächen, Bahnlängen und besondere Anschlussbereiche.
  • Legen Sie Maßband, geeignetes Schneidwerkzeug und eine saubere Arbeitsunterlage bereit.
  • Ordnen Sie vorbereitete Zuschnitte den jeweiligen Wandabschnitten zu.
  • Halten Sie das vorgeschriebene Beschichtungswerkzeug griffbereit.
  • Stimmen Sie Arbeitsabschnitte und verfügbare Helfer ab, bevor Sie Material anmischen.

Richten Sie den Arbeitsschutz nach der Beschichtung aus. Die Sicherheitsdatenblätter von Superflex 10 nennen beispielsweise geeignete Schutzhandschuhe, dichtschließende Schutzbrille und Arbeitsschutzkleidung. Für Pulverhandhabung und Belüftung gelten zusätzliche Hinweise. Prüfen Sie die Sicherheitsdatenblätter beider Komponenten des konkret gewählten Produkts.

Quelle: Superflex 10, Sicherheitsdatenblatt Komponente A und Komponente B, jeweils Abschnitt 8.

weber.sys 981 verarbeiten: sechs Schritte

Die folgende Reihenfolge konzentriert sich auf die Gewebeeinlage. Grundierung, Mischung, Schichtaufbau und Ausführung der Anschlüsse richten sich zusätzlich nach dem gewählten Abdichtungssystem.

  1. SCHRITT 1

    Untergrund und Abschnitt freigeben

    Kontrollieren Sie, ob die vorgesehene Untergrundvorbereitung abgeschlossen ist. Die Weber-Anleitung zur Kelleraußenabdichtung nennt insbesondere die Entfernung von Schmutz und haftungsmindernden Bestandteilen. Klären Sie offene Detailfragen, bevor die Flächenbeschichtung beginnt.

    Quelle: Weber: Fachgerechte Kelleraußenabdichtung.

  2. SCHRITT 2

    Gewebe ausmessen und zuschneiden

    Übertragen Sie die Maße Ihrer Flächenskizze auf die Bahnen. Berücksichtigen Sie die geplanten Überlappungen bereits beim Zuschnitt. Beschriften oder sortieren Sie die vorbereiteten Stücke nach Arbeitsabschnitt; so müssen Sie während des Beschichtens weniger nachmessen.

    Person mit Schutzhandschuhen misst und schneidet helles Glasfasergewebe auf einer Werkbank zu
    Gewebebahnen für den nächsten Arbeitsabschnitt vorbereiten. KI-generierte Anwendungsillustration; keine Aufnahme eines realen Projekts.
  3. SCHRITT 3

    Erste Abdichtungslage auftragen

    Stellen Sie den ersten Auftrag nach der Beschichtungsanleitung her. Planen Sie den Abschnitt so, dass die vorbereitete Einlage anschließend rechtzeitig eingearbeitet werden kann. Halten Sie die Zuschnitte bereit, bevor Sie diesen Abschnitt beschichten.

  4. SCHRITT 4

    Gewebe einlegen und vollständig einspachteln

    Arbeiten Sie weber.sys 981 flächig in die noch frische erste Abdichtungslage ein. Das Gewebe wird vollständig eingespachtelt. Kontrollieren Sie beim Arbeiten die Bahnlage und die vollständige Einbettung.

    Person mit Schutzkleidung und Handschuhen arbeitet helles Glasfasergewebe mit einer Glättkelle in eine frische schwarze Abdichtungsbeschichtung ein
    Illustration der Gewebeeinbettung in eine frische Bitumenbeschichtung. KI-generierte Anwendungsillustration; keine Aufnahme eines realen Projekts.
  5. SCHRITT 5

    Überlappungen kontrollieren

    Für die Stöße verlangt das Gewebemerkblatt mindestens 5 cm Überlappung. Prüfen Sie diese Breite an jeder Verbindung. Geplante Anschlussdetails können weitere Vorgaben enthalten; eine stumpfe Verbindung ohne Überdeckung entspricht dieser Vorgabe nicht.

  6. SCHRITT 6

    Zweite Lage zum passenden Zeitpunkt ausführen

    Die zweite Abdichtungslage folgt, sobald der erste Auftrag dabei nicht mehr beschädigt wird. Eine feste Wartezeit lässt sich aus dem Gewebe allein nicht ableiten. Stimmen Sie den nächsten Arbeitsschritt mit den Angaben der Beschichtung ab.

Grundlage für Einbettung, Überlappung und Folgeauftrag: Technisches Merkblatt weber.sys 981, Stand 15.07.2026, Seite 2.

Verbrauch berechnen: Wie viele Rollen brauchen Sie?

Der Hersteller nennt einen Richtverbrauch von ca. 1,05 m² Gewebe je m² Fläche. Beginnen Sie deshalb mit den tatsächlich vorgesehenen Flächen und rechnen Sie besondere Zuschnitte separat. Die Mengenberechnung betrifft ausschließlich das Gewebe, nicht den Verbrauch der Abdichtungsmasse.

Verbrauchsbasis: Technisches Merkblatt weber.sys 981, Seite 1.

Beispiel: zwei Wandabschnitte mit jeweils 8 × 2,5 m

Angenommen werden zwei rechteckige Flächen ohne abzuziehende Öffnungen. Für dieses Beispiel planen wir zusätzlich 3 m² für Zuschnitte und Details ein. Diese Zugabe ist eine redaktionelle Planungsannahme, keine Herstellerempfehlung.

Nachvollziehbare Mengenplanung für die angenommenen Flächen
RechenschrittErgebnis
Fläche je Wand8 m × 2,5 m = 20 m²
Zwei Wandflächen2 × 20 m² = 40 m²
Gewebe nach Richtverbrauch40 m² × 1,05 = 42 m²
Zusätzliche angenommene Reserve42 m² + 3 m² = 45 m²
Ganze Rollen45 m² ÷ 50 m² = 0,9 → 1 Rolle

Die Flächenrechnung ersetzt keinen Zuschnittplan: Prüfen Sie, ob die erforderlichen Stücke tatsächlich aus der vorhandenen Rollenlänge entstehen. Reststücke helfen nur, wenn Format und Zustand zu den verbleibenden Bereichen passen.

Rollenbedarf = aufrunden [(Fläche × 1,05 + zusätzliche eingeplante Reserve) ÷ 50]

Warum 50 m² Wandfläche mehr als eine Rolle erfordern können

Schon ohne zusätzliche Reserve ergibt sich: 50 m² × 1,05 = 52,5 m² Gewebe. Ohne geeignete vorhandene Reststücke wären dafür zwei ganze Rollen einzuplanen. Umgekehrt liefert 50 ÷ 1,05 rechnerisch rund 47,6 m² Fläche pro Rolle. Das ist eine Orientierung vor weiteren Zuschnittverlusten, keine zugesicherte Reichweite.

Addieren Sie nicht unbemerkt zweimal dieselbe Reserve. Der Richtverbrauch liegt bereits über einer Belegung von 1:1. Eine weitere Zugabe sollte deshalb konkret begründet sein, etwa durch den Zuschnittplan oder zusätzliche Detailbereiche.

Häufige Fehler bei Auswahl und Verarbeitung

FehlerBesser vorgehen
Nur nach weißer Farbe oder ähnlichem Raster bestellen.Produktbezeichnung und Freigabe des Abdichtungssystems vergleichen.
Die gesamte Rollenfläche als fertige Wandfläche ansetzen.Richtverbrauch und tatsächliche Zuschnitte in die Rechnung aufnehmen.
Bahnen erst während des laufenden Auftrags ausmessen.Zuschnitte vorbereiten und den Arbeitsabschnitten zuordnen.
Den nächsten Auftrag allein nach der Uhr beginnen.Vorgaben der Beschichtung und Zustand der ersten Lage beurteilen.
Gewebeauswahl und Anschlussplanung getrennt behandeln.Fläche, Details und Materialliste gemeinsam abstimmen.

Eine kurze Kontrolle nach jedem Abschnitt ist übersichtlicher als die Suche nach Abweichungen am fertigen Wandbereich. Halten Sie auffällige Stellen fest und klären Sie die passende Korrektur, bevor sie durch den Folgeauftrag verdeckt werden.

Trocknung, Reinigung und Lagerung

Gewebeeinbettung, Schichtdickenprüfung und Durchtrocknung sind verschiedene Kontrollpunkte. Weber beschreibt für die Abdichtung unter anderem Messungen der Auftragsdicke und die Prüfung von Referenzproben. Eine sichtbare Gewebestruktur allein ersetzt diese Prüfungen nicht. Dokumentieren Sie die für Ihren Aufbau verlangten Kontrollen.

Quelle: Weber: Schichtdickenkontrolle und Durchtrocknungsprüfung.

Auch der Schutz der fertigen Abdichtung gehört zum Ablauf: Weber fordert für das Anbringen von Schutzschichten eine vollständig durchgetrocknete Abdichtung. Stimmen Sie Schutz- beziehungsweise Dränmaßnahmen auf den vorgesehenen Aufbau ab, bevor spätere Arbeiten beginnen.

Quelle: Weber: Schutz der Abdichtung.

Reinigen Sie das Werkzeug nach den Vorgaben des Beschichtungsprodukts. Superflex D 24 nennt für frisches Material Wasser zur Reinigung; daraus folgt keine allgemeine Reinigungsempfehlung für jede Abdichtungsmasse.

Quelle: Merkblatt Superflex D 24, technische Werte.

Für weber.sys 981 nennt das Merkblatt eine vor UV-Einwirkung geschützte Lagerung im original verschlossenen Gebinde. Eine konkrete Haltbarkeitsdauer in Monaten wird dort nicht angegeben.

Produkt und weitere Planungshilfen bei Keuck

weber.sys 981 Glasseidengewebe Nr. 2

Gleichen Sie Ihre berechnete Rollenanzahl mit der benötigten Ausführung ab. Aktuelle Bestellinformationen finden Sie auf der Produktseite.

weber.sys 981 bei Keuck ansehen

Wenn die Beschichtung noch nicht feststeht, hilft der Vergleich von Weber Superflex D 24 und Superflex 2K bei der Einordnung. Weitere Produktgruppen für Ihr Vorhaben finden Sie im Keuck-Sortiment für Keller. Eine Kategoriezuordnung ersetzt dabei keine Prüfung der konkreten Systemkombination.

Häufige Fragen zu weber.sys 981

Ist Glasseidengewebe Nr. 2 ein anderes Produkt?

Weber führt diese Bezeichnung als früheren Produktnamen von weber.sys 981. Vergleichen Sie bei der Bestellung trotzdem die vollständige Ausführung.

Bedeutet „MW 4 mm“ eine 4 mm dicke Abdichtung?

Nein. MW bezeichnet die Maschenweite. Die erforderliche Abdichtungsdicke ergibt sich aus dem Beschichtungssystem und der vorgesehenen Anwendung.

Braucht das Gewebe einen eigenen Kleber?

Der beschriebene Ablauf sieht das Einbetten in die frische Abdichtungslage vor. Ein zusätzlicher Gewebekleber ist dafür nicht angegeben.

Muss bei jeder Kellerabdichtung vollflächig Gewebe hinein?

Das entscheidet die jeweilige Systemanleitung. Prüfen Sie die konkrete Anwendung, anstatt eine Vorgabe von einem Aufbau auf alle anderen zu übertragen.

Kann ich die Gewebemenge aus der Gebäudewohnfläche ableiten?

Nein. Rechnen Sie mit den tatsächlich zu belegenden Wand- oder Bodenflächen und erfassen Sie zusätzliche Detailbereiche gesondert.

Welche Angaben helfen bei einer Rückfrage zur Materialauswahl?

Halten Sie Produktname der Beschichtung, Bauteil, Untergrund, Wassereinwirkung, Flächenmaße und eine Skizze der Anschlüsse bereit. So lässt sich die Frage konkret beantworten.

Mit abgestimmtem Aufbau und klarer Mengenplanung bestellen

Für eine gute Vorbereitung müssen Systemauswahl, Arbeitsabschnitte und Materialbedarf zusammenpassen. Klären Sie zunächst den Aufbau, erstellen Sie anschließend einen Zuschnittplan und rechnen Sie den Rollenbedarf nachvollziehbar aus. Die aktuellen Herstellerunterlagen unterstützen dabei die konkrete Ausführung.